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Was Waldkinder fürs Leben lernen

Auch im Winter geht es für die Kinder der Kita „Am Stadtwald“ regelmäßig raus an die frische Luft in den Waldkindergarten.

„Hallo Herr Förster!“, schallte es vielstimmig durch den Anklamer Stadtforst nordöstlich von Ducherow. Lächelnd grüßte Herr Förster, der eigentlich Christoph Peters heißt, aber von Beruf der hier im Revier zuständige Förster ist, zurück. Seine neugierigen Besucher an diesem kalten Februarvormittag waren die Vorschulkinder von der Volkssolidaritätskita „Am Stadtwald“ in Anklam. Sie hatten sich heute mit Christoph Peters verabredet, um gemeinsam den Wald zu erkunden. Als echte Waldkinder sind sie mindestens eine Woche pro Monat jeden Tag und bei jedem Wetter hier im Wald anzutreffen. „Das gehört zu unserem Waldkindergartenkonzept für die größeren Kinder dazu“, erklärt Erzieherin Kathrin Peters. Nur bei Sturm oder wenn es allzu ausdauernd regnet, müssten die Waldtage ausfallen.

Schon oft seien sich die Kita-Kinder und der Förster hier begegnet. Doch meistens reichte es bislang nur für einen kurzen Gruß, oder die Kinder haben die Arbeiten der Forstarbeiter mit der großen Technik aus sicherer Entfernung beobachtet. Heute hatte sich Christoph Peters extra Zeit eingeplant, um den Kindern etwas über den Wald zu erzählen. Dabei war er erstaunt, was die eigentlich schon alles wussten. So kannten Oscar, Eric, Elsa und ihre Freunde aus der Vorschulgruppe beispielsweise die Regeln, die es im Wald einzuhalten gilt, ganz genau. Man darf keine Blätter abreißen, keine Pilze oder toten Tiere anfassen und keine Insekten zertreten, zählten sie wie aus der Pistole geschossen auf.

Auch, als es darum ging, dem Förster zu erzählen, was man denn alles aus dem Holz der Waldbäume produzieren kann, nahm die Liste der Kinder fast kein Ende: Stühle, Tische, Spielzeug, Häuser, Hundehütten, Kaminholz und, und. und. Die Kinder waren kaum zu stoppen. Beim Rundgang durch das Waldstück konnten die Vorschulkinder außerdem ihr Wissen über die unterschiedlichen Baumarten beweisen. Auch wenn die Knirpse schon ziemlich fit waren, was die Unterscheidung von Tannen, Fichten und Kiefern betrifft, konnte Christoph Peters den Waldkindern doch noch ein paar neue Eselsbrücken mit an die Hand geben. Buchen und Kastanienbäume waren im Winter vielleicht ein bisschen schwer zu deuten, aber auch die waren den Kindern natürlich schon bekannt.

Ein immer wiederkehrendes Thema auf der gemeinsamen Runde war Sturmtief „Nadia“ vom zurückliegen-den Wochenende, das auch in diesem Revierstück seine Spuren hinterlassen hatte. Christoph Peters machte die Kids auf die möglichen Gefahren aufmerksam, die nach so einem Sturm im Wald lauern, und verdeutlichte die Stärke des Windes, als er versuchte, in gemeinsamer Kraftanstrengung einen Baum mit ihnen umzuschubsen. Das gelang natürlich nicht, denn so eine Sturmböe hat ja doch viel mehr Kraft als Förster und Kindergruppe. Nicht ohne Grund war Erzieherin Kathrin Peters am Ende stolz auf ihre pfiffigen Waldkinder. Es gehe ihr nicht nur darum, das Wissen rund um Umwelt und Natur bei den Kindern zu fördern, sondern auch ihre Kreativität, ihre Motorik und vieles mehr. So ein Tag draußen an der frischen Luft hat einfach viele Vorzüge, die die Waldkinder nur zu gerne genießen.

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